Es gibt auf Teneriffa, wie auch auf dem Rest der Kanarischen Inseln, eine beachtenswerte Tradition der Lehm- bzw. Tonbearbeitung, die aus der primitiven Keramik der Guanchen entstanden ist. Wie bereits angesprochen, kannten sie die Drehscheibe nicht, und auch die Arbeiten ihrer Nachfahren kommen heute ohne sie aus. Der Ton wird mit den Händen bearbeitet, was zu erstaunlich authentischen Resultaten führt, so bei Geschirr, das ursprünglich für den Hausgebrauch bestimmt war (z.B. die gánigos (kanarische Tontöpfe) oder die asadores (Ton-Grill), oder bei einfachen Dekorations- und persönlichen Schmuckutensilien, wie Perlenketten oder den bekannten pintaderas, ein spezielles Symbol, das sich neben der Spirale in der Ikonographie der Guanchen ständig wiederholt: es ist ein Gemenge aus vielen kleinen, miteinander verflochtenen Dreiecken innerhalb eines größeren Dreiecks. |
sind hierbei auch größte Geduld und Genauigkeit erforderlich. Das Ergebnis - man legt den calado für gewöhnlich über die Tischwäsche - ist von einer grazilen Schönheit. Die roseta wird hauptsächlich in der Region um Vilaflor hergestellt: Auf dem Tuch werden Bilder, Formen und Muster mittels Fäden gebildet, die einander zwischen "Schneisen" bildende Stecknadeln hindurch kreuzen. So erhält man ein einzelnes Schmuckstück oder ein ganzes Sortiment, das eine schlichte Schönheit ausstrahlt. Der Tourist und Besucher wird sich in den Hautpeinkaufsstraßen von Santa Cruz de Tenerife oder in den jeweiligen Touristenzentren zuweilen von Straßenverkäufern umringt sehen, die zu höchst interessanten Preisen Tischdecken und -Tücher "echter kanarischer Handarbeit" anbieten. Natürlich ist jeder frei in seiner Entscheidung, welches Reisesouvenir er kaufen bzw. nicht kaufen möchten, wir wollen hier jedoch darauf hinweisen, daß keines dieser preiswerten Straßenangebote authentisch ist; es stellt höchsten billige, industriell hergestellte Massenware dar, die für gewöhnlich aus Hongkong oder anderen asiatischen Staaten stammt. |